Der TÜV-Verband – Partner für sichere Mobilität und Vision Zero

„Als Partner der Initiative für sichere Straßen und des Vision Zero Monitors setzen wir uns gemeinsam für das Ziel einer Welt ohne Verkehrstote und Schwerverletzte ein.“

Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband

Gemeinsam für Vision Zero

Seit mehr als 150 Jahren setzen sich die Technischen Überwachungsvereine (TÜV) für das Wohl von Mensch, Technik und Umwelt ein. Im Straßenverkehr orientieren sie sich dabei an einem klaren Ziel: Vision Zero – eine Welt ohne Verkehrstote und Schwerverletzte. Diese Idee wurde 1997 in Schweden als verkehrspolitisches Konzept eingeführt und von vielen Ländern, darunter auch Deutschland, übernommen.

Der TÜV-Verband fühlt sich verpflichtet, dieses Leitbild Schritt für Schritt Wirklichkeit werden zu lassen. Er begleitet Gesetzgebungsverfahren, formuliert zukunftsfähige Sicherheitskonzepte und veröffentlicht regelmäßig Reporte und Mängelstatistiken zur Fahrzeugtechnik und Fahrerlaubnisprüfungen. Als Mitglied im Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und in mehreren europäischen Initiativen und Verbänden, wie ETSC, CIECA und CITA, setzt sich der TÜV-Verband aktiv für die Weiterentwicklung von entsprechenden Verkehrssicherheitsstrategien ein.

Die neue Bundesregierung hat Vision Zero in ihrem Koalitionsvertrag als Leitbild der Verkehrspolitik verankert. Jetzt gilt es, dieses Ziel politisch durchzustrukturieren, institutionell zu verankern und administrativ zu operationalisieren. Verkehrssicherheit darf kein nachgelagertes Kriterium mehr sein – sie muss zum strukturgebenden Prinzip in der Mobilitätspolitik werden. Alle Maßnahmen – sei es im Bereich der Infrastruktur, der Verkehrsregelung, der Fahrzeugtechnik oder der Bildungsarbeit – müssten künftig konsequent auf ihre Sicherheitswirkung hin überprüft und am Ziel der Vision Zero ausgerichtet werden.

Unterstützung der Initiative für sichere Straßen

Ein konkretes Beispiel für gelebtes Engagement ist die Initiative für sichere Straßen (IfsS), die der TÜV-Verband aus Überzeugung als Partner unterstützt. Die Initiative erhebt und analysiert Unfall- und Gefahrenstellen-Daten, verschneidet diese auf innovative Weise mit weiteren Daten wie Sensordaten oder Infrastrukturdaten und bereitet sie verständlich auf, um Kommunen aufzuzeigen, an welchen Stellen im Verkehrsnetz besonders hohes Gefahrenpotential herrscht. So können gefährliche Orte gezielt entschärft werden – durch bessere Verkehrsplanung, klarere Beschilderung oder sichere Wege für Radfahrende und zu Fuß Gehende.

Für Eltern, Lehrer:innen und Schulen ist die Initiative besonders wertvoll: Sie zeigt, welche Wege Kinder sicher zur Schule gehen oder fahren können – und wo es kritisch wird. Das hilft nicht nur bei der Alltagsplanung, sondern bietet auch fundierte Argumente, wenn Kommunen auf problematische Kreuzungen oder fehlende Ampeln hingewiesen werden müssen.

Der TÜV-Verband ist überzeugt davon, dass die Initiative für sichere Straßen die Gesellschaft der Vision Zero einen Schritt näher bringt. Dies möchten wir mit unserer Partnerschaft mit der IfsS ausdrücklich unterstützen.

Unser Ansatz für mehr Verkehrssicherheit in Deutschland

1. Verkehrssicherheit für Mensch, Technik und Umwelt

Die TÜV-Organisationen leisten mit der technischen Überwachung  von Kraftfahrzeugen, der Prüfung der Fahrkompetenz und Fahreignung  einen zentralen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Mit Blick auf neue Technologien müssen Prüfverfahren weiterentwickelt werden – etwa für automatisierte Systeme. Gleichzeitig fordert der TÜV-Verband strengere Grenzwerte für Alkohol und Drogen, um Risiken durch beeinträchtigtes Fahrverhalten zu verringern.

2. Sicheres autonomes Fahren ermöglichen

Der TÜV-Verband setzt sich für klare rechtliche Rahmenbedingungen für die Zulassung und regelmäßige technische Überprüfungen von Fahrzeugen mit automatisierten Fahrfunktionen ein. Nur so gelingt der sichere Übergang in eine neue Mobilitätsära.

3. Lebenslange Mobilitätsbildung

Der Grundstein für Verkehrssicherheit wird schon in der Kindheit gelegt. Der TÜV-Verband fordert eine systematische Mobilitätsbildung, die bereits in der Schule ansetzt und durch lebenslanges Lernen begleitet wird – damit alle sicher unterwegs sein können, auch im Alter. Verkehrsregeln, Gefahrenerkennung und sicheres Verhalten sollten genauso selbstverständlich sein wie Lesen oder Rechnen.

4. Infrastruktur für den Menschen

Besonders gefährdet sind ungeschützte Verkehrsteilnehmende – Fußgänger:innen, Radfahrende, Nutzer:innen von E-Scootern, Kinder, mobilitätseingeschränkte als auch ältere Menschen. Viele Unfälle ließen sich durch fehlerverzeihende Infrastruktur vermeiden: gut sichtbare Zebrastreifen, abgetrennte Radwege, angepasste Tempolimits, geschützte Kreuzungsbereiche, sichere Mittelinseln oder baulich getrennte Gehwege an vielbefahrenen Straßen.

Über den TÜV-Verband

Der TÜV-Verband ist die politische Interessenvertretung der TÜV-Organisationen. Seit über 150 Jahren ist es unsere Mission, Mensch und Umwelt vor möglichen negativen Auswirkungen von Technik zu schützen. Eine zentrale Rolle spielen die TÜV-Organisationen bei der Gewährleistung der Verkehrssicherheit in Deutschland, durch die Kontrolle der Fahrzeugtechnik und die Prüfung der Fahrkompetenz. Unser Engagement geht über die technische Überprüfung hinaus: Der TÜV-Verband engagiert sich auf politischer Ebene für eine sichere, nachhaltige und unfallfreie Mobilität.

Weitere Informationen zur Arbeit des TÜV-Verbandes finden Sie auf www.tuev-verband.de